Private Clients Tag 2019

Im Fokus standen heuer die Family und Corporate Governance bei Familienunternehmen, bei denen der Gesellschafterkreis über Generationen hinweg zunehmend internationaler und breiter wird.

Im Eröffnungsvortrag erklärt Kirsten Baus, Gründerin und Geschäftsführerin des Instituts für Familienstrategie in Stuttgart, die besondere Situation von Familienunternehmen und deren Entwicklung vom Gründer über mehrere Generationen zur Familiendynastie und die sich daraus sich ergebenen Herausforderungen hinsichtlich Kooperation, Kommunikation und Zusammenhalt.  Frau Baus streicht die Wichtigkeit der Definition von Spielregeln für die Familie heraus und erläutert den Inhalt einer Familienstrategie sowie von Institutionen zur Bündelung von Interessen von Familienmitgliedern (zB durch einen Familientag).

Im plakativen Beispiel der Unternehmenstochter „Anna“ in der dritten Generation einer österreichischen Unternehmerfamilie zeigen Nikola Leitner-Bommer und Yvonne Schuchter-Mang die rechtlichen und steuerrechtlichen Herausforderungen, insbesondere infolge der Internationalisierung des Gesellschafterkreises auf (beispielsweise durch Auslandsaufenthalte für Studium, Ausbildung oder Beruf) und geben Lösungsansätze im internationalen Kontext.

Johannes Baillou gibt als stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes und Familienrates der E. Merck KG einen spannenden Einblick in die Family und Corporate Governance eines multinationalen börsennotiertes Familienunternehmen, das zu einem großen Teil immer noch im Familienbesitz ist. Er gab mögliche Erklärungsansätze, warum Familie und Unternehmen erfolgreich seit 13 Generationen bestehen.

Im Anschluss moderiert Maria Schlagnitweit die lehrreiche und sehr kurzweilige Podiumsdiskussion mit Kirsten Baus, Johannes Baillou und Norbert Zimmermann (Aufsichtsratsvorsitzender der Berndorf AG) mit spannenden Anekdoten aus der Unternehmensgeschichte der Berndorf AG und dem nötigen Mut für einen Management Buy-Out. Eingehend diskutiert wird das spannungsgeladene Dreiecksverhältnis Vertrauen – Vertraulichkeit – Transparenz mit dem Ergebnis, dass Kommunikation und Transparenz das A und O zur Konfliktvermeidung sind und nach Erfahrung von Herrn Zimmermann durch Mitarbeiterbeteiligungen die Transparenz in Unternehmen ungemein gefördert wird. Herr Baillou betont in diesem Zusammenhang, dass die Kombination von Familienunternehmen und Börse aus seiner Sicht „das beste zweier Welten“ ist, dass aber aufgrund der Regularien Transparenz mit besonderen Herausforderungen verbunden ist. Diskutiert wurde auch das Denken in Stämmen. Dazu führt Frau Baus aus, dass dadurch die Gefahr des Verlustes des unternehmerischen Gesamtinteresses droht und rivalisierende Stämme zu den bedrohlichsten Szenarien für Familienunternehmen zählen. Die Teilnehmer kommen zum Ergebnis, dass es sich empfiehlt, im Denken Loyalität zur gesamten Familie zu entwickeln und zu prägen. Dies wird durch einen gemeinsamen Wertekanon der Unternehmerfamilie unterstützt.

ORT

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Dienstag, 21. Mai 2019
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15. Mai 2019

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