WiEReG-Anzeige als Auslöser finanzstrafrechtlicher Ermittlungen
News – 21.05.2026

Warum dieses Thema für Unternehmen wichtig ist
Viele Unternehmen kennen das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) vor allem als formale Meldepflicht. Eine aktuelle Entscheidung des Bundesfinanzgerichts (BFG 27.2.2026, RV/7300060/2025) zeigt jedoch deutlich: Versäumnisse im WiEReG können weitreichendere Folgen haben – bis hin zu finanzstrafrechtlichen Ermittlungen.
Was ist konkret passiert?
- Die GmbH war ursprünglich von der WiEReG-Meldepflicht befreit.
- Diese Befreiung fiel weg.
- Trotz zweimaliger Aufforderung wurde in der Folge keine Erstmeldung abgegeben.
- Daher wurde der Geschäftsführer wegen Verstoß gegen das WiEReG finanzstrafrechtlich verurteilt.
Das Besondere an dieser Entscheidung
Der eigentliche „Aha-Moment“ liegt nicht nur im WiEReG-Verstoß selbst, sondern darin, was die Finanzstrafbehörde daraus gemacht hat. Im Zuge der Prüfung der WiEReG-Meldepflichtverletzung hat die Behörde auch das Abgabenkonto kontrolliert – und dabei weitere Unregelmäßigkeiten entdeckt:
- Zusätzlich wurden vom Unternehmen Abgaben verspätet gemeldet und bezahlt, darunter:
- Umsatzsteuer
- Lohnsteuer
- Dienstgeberbeitrag (DB)
- Zuschlag zum DB (DZ)
Das bedeutet in der Praxis
- Eine scheinbar isolierte Pflichtverletzung (WiEReG) kann
- eine umfassendere finanzstrafrechtliche Prüfung auslösen
- Dabei können weitere Versäumnisse sichtbar werden
- mit zusätzlichen finanzstrafrechtlichen Konsequenzen
Was Unternehmen daraus lernen sollten
- WiEReG ist mehr als eine Formalität
Die Meldung wirtschaftlicher Eigentümer wird aktiv kontrolliert und kann Prüfprozesse auslösen. - Nichtmeldung bleibt nicht folgenlos
Neben Zwangsstrafen können auch finanzstrafrechtliche Konsequenzen drohen. - Fristen sind entscheidend
Insbesondere bei der Umsatzsteuer und den Lohnabgaben gilt: rechtzeitige Zahlung oder – bei Liquiditätsengpässen – Beträge rechtzeitig dem Finanzamt melden - Behörden denken vernetzt
Eine Prüfung bleibt selten auf einen Bereich beschränkt, wenn unterschiedlichen Behörden involviert werden.
Unser Fazit
Diese Entscheidung zeigt klar: Kleine Versäumnisse können große Auswirkungen haben. Wer seine Meldepflichten ernst nimmt und Fristen im Blick behält, reduziert nicht nur Strafen – sondern vermeidet auch weitergehende Prüfungen.
Wie kann man sich absichern?
- Durch klare interne Prozesse
- Regelmäßige Überprüfungen
- Rechtzeitige steuerliche Beratung
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Autor:innen
- Rainer BrandlSteuerberater | Partner | GesellschafterDetails zur Person
- Johannes PrillingerSteuerberater | PartnerDetails zur Person
- Alexander LehnerSteuerberater | DirectorDetails zur Person


